Siemens hat im April 2025 entschieden, Enlighted zum 30.09.2025 einzustellen. Für Betreiber bestehender Anlagen bedeutet das nicht, dass das Licht ausgeht: Die installierten Sensoren regeln weiter, und Building Robotics Europe unterstützt Direktkunden bis zum 30.09.2035 mit Service, Ersatzteilen und Supportverträgen. Was Sie jetzt tun sollten, ist eine nüchterne Bestandsaufnahme: Welche Komponenten sind verbaut, wie kritisch ist die Anlage für den Betrieb, und welche Strategie passt über die nächsten Jahre, vom abgesicherten Weiterbetrieb bis zur schrittweisen Migration. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die Optionen und einen konkreten Fahrplan.

Was die Abkündigung konkret bedeutet

Mit der Einstellung durch den Hersteller entfallen typischerweise Neuentwicklungen, reguläre Produktlieferungen und der Herstellersupport. Für Betreiber ergeben sich daraus drei Fragen:

  1. Funktioniert die Anlage weiter? Enlighted-Sensoren speichern ihre Lichtprofile lokal, die Grundfunktionen wie Präsenz- und Tageslichtsteuerung laufen in der Leuchte. Die Anlage fällt also nicht schlagartig aus.
  2. Was passiert bei einem Defekt? Ohne Ersatzteile kann jeder ausgefallene Sensor oder ein defektes Gateway zum Problem werden, insbesondere in größeren Installationen.
  3. Wer pflegt die Konfiguration? Profiländerungen, neue Raumaufteilungen oder Firmware-Updates erfordern Know-how und Zugang zur Systemsoftware.

Schritt 1: Bestandsaufnahme der Komponenten

Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick, welche Komponenten in Ihrer Anlage verbaut sind. Typische Bestandteile einer Enlighted-Installation sind:

KomponenteFunktionWorauf Sie achten sollten
Sensoren SU-5i, SU-5e / SU-5e-LR, SU-5s / SU-5s-2WPräsenz, Tageslicht, Datenerfassung in der LeuchteAnzahl je Typ, Ausfallrate der letzten Jahre
Control Unit CU-4E-FMHAnsteuerung des LeuchtentreibersKompatibilität bei Leuchtentausch
Fernbedienung WS-2Manuelle Bedienung im RaumBatteriestand, Zuordnung
Gateway GW-2-01Verbindung der Sensoren zum Energy ManagerAnzahl, Standort, Netzwerkanbindung
Energy ManagerZentrale Verwaltung, Profile, DatenhaltungSoftwarestand, Zugangsdaten, Backups
Edge GatewayAnbindung an Cloud oder übergeordnete SystemeAbhängigkeit von Cloud-Diensten
Asset TagsOrtung von Geräten und ObjektenNutzung im Betrieb, Alternativen

Dokumentieren Sie zusätzlich Softwarestände, vorhandene Backups der Konfiguration, Zugänge und Ansprechpartner sowie eventuelle Integrationen in eine GLT. Eine strukturierte Selbsteinschätzung bietet der Enlighted-Check.

Schritt 2: Kritikalität bewerten

Nicht jede Anlage braucht dieselbe Strategie. Bewerten Sie für jedes Gebäude oder jeden Bereich:

  • Betriebliche Bedeutung: Ist das Licht sicherheitsrelevant, etwa in Produktion oder Logistik, oder „nur“ Komfort?
  • Anlagengröße: Bei wenigen Sensoren ist ein Ausfall beherrschbar, bei tausenden Sensoren braucht es einen Ersatzteilplan.
  • Nutzungsänderungen: Stehen Umbauten, neue Mieter oder neue Flächenkonzepte an? Dann sind Profiländerungen wahrscheinlich.
  • Datennutzung: Werden Belegungsdaten, Asset Tracking oder Energieberichte aktiv genutzt? Diese Funktionen sind besonders abhängig von der Systemsoftware.
  • Lebenszyklus der Leuchten: Ist ohnehin ein Leuchtentausch in den nächsten Jahren geplant?

Schritt 3: Strategie wählen

Aus Bestandsaufnahme und Kritikalität ergeben sich im Wesentlichen drei Strategien.

Strategie A: Abgesicherter Weiterbetrieb

Die Anlage läuft weiter, abgesichert durch einen Supportvertrag und einen Ersatzteilvorrat. Geeignet für stabile Anlagen ohne größere Umbaupläne. Supportverträge von Building Robotics Europe umfassen definierte Reaktionszeiten sowie Leistungen wie Profiländerungen, Beleuchtungseditierung, Beratung zu Einsparpotenzialen, Firmware-Upgrades und Hardwareaustausch.

Strategie B: Weiterbetrieb mit geplanter Migration

Die Anlage wird abgesichert weiterbetrieben, gleichzeitig wird die Migration auf ein neues System über einen definierten Zeitraum geplant, etwa im Zuge von Mieterwechseln, Umbauten oder Leuchtentausch. Diese Strategie verteilt Investitionen und vermeidet einen Komplettaustausch unter Zeitdruck.

Strategie C: Zeitnahe Migration

Sinnvoll, wenn ohnehin eine Sanierung ansteht, die Anlage bereits Probleme zeigt oder neue Anforderungen etwa an Monitoring und GLT-Anbindung nicht mehr erfüllt werden können. Eine Migration auf die Keilton+autani-Plattform mit Bluetooth Mesh kann ohne zusätzliche Steuerleitungen erfolgen, weil Sensoren wie der IFS105SE oder Nodes wie der FA102 direkt in der Leuchte sitzen. Die zentrale Verwaltung übernimmt der AU-Manager, der Gateways wie den CR05 mit bis zu 100 Knoten je Zone einbindet und BACnet/IP unterstützt.

KriteriumA: WeiterbetriebB: Weiterbetrieb + MigrationC: Zeitnahe Migration
Investition kurzfristiggeringgering bis mittelhoch
Betriebsrisikoabhängig vom Ersatzteilvorratgering, planbargering nach Umstellung
Aufwand für Nutzerminimalabschnittsweisekonzentriert
Passend beistabiler Nutzunganstehenden UmbautenSanierung, neuen Anforderungen

Schritt 4: Ersatzteile und Support organisieren

Unabhängig von der Strategie sollten Sie die Ersatzteilversorgung klären:

  1. Bedarf abschätzen: Aus der Ausfallrate der letzten Jahre und der verbleibenden Nutzungsdauer ergibt sich ein realistischer Bedarf an Sensoren, Control Units und Gateways.
  2. Vorrat anlegen oder vertraglich sichern: Building Robotics Europe hält Lagerbestand an Sensoren und Gateways vor. Klären Sie frühzeitig, welche Mengen Sie benötigen.
  3. Supportvertrag abschließen: Definierte Reaktionszeiten sind für kritische Anlagen wichtiger als ein günstiger Einzelauftrag im Störfall.
  4. Zuständigkeiten festlegen: Wer meldet Störungen, wer hat Zugang, wer entscheidet über Profiländerungen?

Der Support ist werktags von 8:30 bis 16:30 Uhr erreichbar. Anfragen können Sie über die Seite Support oder direkt über die Kontaktseite stellen.

Schritt 5: Daten und Integrationen bewerten

Enlighted-Anlagen werden häufig nicht nur für die Lichtsteuerung, sondern auch für Belegungsdaten, Energieberichte oder Asset Tracking genutzt. Prüfen Sie:

  • Welche Berichte und Auswertungen werden aktiv genutzt, und von wem?
  • Welche Schnittstellen zu GLT, CAFM oder Cloud-Diensten bestehen?
  • Welche Daten müssen bei einer Migration übernommen oder archiviert werden?

Für neue Systeme sollten Sie diese Anforderungen von Beginn an mitplanen. Hintergründe liefern die Ratgeber Energiemonitoring & Belegungsdaten und GLT-Anbindung über BACnet, Modbus und API.

Was Abwarten kostet

Viele Betreiber verschieben die Entscheidung, solange die Anlage läuft. Das ist nachvollziehbar, birgt aber Risiken, die sich schwer beziffern lassen, bis sie eintreten:

  • Ungeplante Ausfälle: Fällt ein Gateway aus, sind unter Umständen ganze Bereiche nicht mehr zentral konfigurierbar. Ohne Ersatzteil und Know-how verlängert sich die Störung.
  • Verlorenes Wissen: Mit jedem Personalwechsel beim Betreiber oder beim früheren Dienstleister gehen Informationen zu Profilen und Zugängen verloren.
  • Entgangene Einsparung: Nicht mehr gepflegte Profile passen nach Umbauten oft nicht zur Nutzung. Licht brennt länger als nötig, oder Nutzer überbrücken die Steuerung.
  • Entscheidung unter Zeitdruck: Eine Migration, die erst nach einem größeren Ausfall angestoßen wird, lässt kaum Spielraum für Ausschreibung, Musterinstallation und Abstimmung mit Nutzern.

Rechtlicher Rahmen beachten

Die Anforderungen an Gebäudeautomation und Beleuchtungssteuerung in Nichtwohngebäuden steigen. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz werden unter anderem Monitoringtechnik und automatische Beleuchtungssteuerung für Nichtwohngebäude mit Anlagen über 70 kW Nennleistung bis Ende 2029 verlangt (Stand: September 2026, keine Rechtsberatung). Ob eine bestehende Enlighted-Anlage diese Anforderungen im konkreten Fall erfüllt, sollte im Rahmen der Strategieentscheidung geprüft werden. Details im Ratgeber GEG, EnEfG & EPBD.

Fahrplan in Kurzform

  1. Komponenten, Softwarestände und Zugänge dokumentieren
  2. Backups der Konfiguration sichern
  3. Kritikalität je Gebäude bewerten
  4. Strategie A, B oder C festlegen
  5. Ersatzteilbedarf ermitteln und absichern
  6. Supportvertrag mit Reaktionszeiten abschließen
  7. Migration, falls geplant, mit Umbauten und Leuchtentausch koppeln

Fazit

Die Enlighted-Abkündigung ist kein Grund für Aktionismus, aber ein klarer Anlass zum Handeln. Anlagen laufen weiter, doch Ersatzteile, Zugänge und Know-how müssen jetzt gesichert werden. Mit einer strukturierten Bestandsaufnahme, einer bewussten Strategiewahl und einem Supportvertrag bleibt Ihre Beleuchtung bis 2035 betriebssicher, und eine Migration lässt sich dann umsetzen, wenn sie wirtschaftlich und organisatorisch passt. Starten Sie mit dem Enlighted-Check oder sprechen Sie uns direkt an.

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Häufige Fragen

Funktioniert meine Enlighted-Anlage nach der Einstellung weiter?

Ja, die installierten Sensoren speichern ihre Lichtprofile lokal und regeln weiter. Kritisch werden defekte Komponenten, fehlende Zugänge und notwendige Konfigurationsänderungen. Diese sollten Sie über Ersatzteilvorrat und Supportvertrag absichern.

Wie lange gibt es noch Support für Enlighted?

Building Robotics Europe unterstützt Enlighted-Direktkunden bis zum 30.09.2035. Das umfasst unter anderem Profiländerungen, Beleuchtungseditierung, Firmware-Upgrades und Hardwareaustausch im Rahmen von Supportverträgen mit definierten Reaktionszeiten.

Gibt es noch Ersatzteile für Enlighted-Sensoren und Gateways?

Building Robotics Europe verfügt über Lagerbestand an Sensoren und Gateways. Ermitteln Sie Ihren Bedarf anhand der bisherigen Ausfallrate und der geplanten Restnutzungsdauer und klären Sie die Versorgung frühzeitig.

Werden auch Anlagen betreut, die nicht direkt bei Building Robotics gekauft wurden?

Ja. Neben Direktkunden betreut Building Robotics Europe auch Enlighted-Anlagen von Fremdkunden, die bisher über andere Partner installiert oder gewartet wurden. Sprechen Sie uns dazu über die Kontaktseite an.

Wann sollte ich von Enlighted auf ein neues System migrieren?

Der wirtschaftlichste Zeitpunkt ist meist ein ohnehin geplanter Leuchtentausch oder Umbau. Bei stabilen Anlagen kann der abgesicherte Weiterbetrieb bis dahin sinnvoll sein. Zeigt die Anlage bereits Probleme oder fehlen Funktionen, ist eine frühere Migration zu prüfen.