Highbay-Sensoren sind Präsenz- und Tageslichtsensoren, die speziell für große Montagehöhen in Hallen, Lagern, Produktions- und Logistikflächen entwickelt wurden. Für eine zuverlässige Erfassung bis in 22 m Höhe kommt es auf drei Dinge an: die passende Linse für Höhe und Geometrie, ein durchdachtes Sensorraster ohne Erfassungslücken und den Umgang mit Störquellen wie Staplern, Warmlufterzeugern und Sonneneinstrahlung. Richtig geplant, schalten und dimmen Highbay-Sensoren Hallenbeleuchtung bedarfsgerecht – und machen große Flächen zu einem der lohnendsten Einsatzorte für Lichtsteuerung überhaupt. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es bei Planung, Linsenauswahl und Inbetriebnahme ankommt.
Warum Hallen besondere Sensoren brauchen
Ein Standard-Präsenzmelder für Büros ist für Montagehöhen von wenigen Metern ausgelegt. Mit zunehmender Höhe verändern sich die Bedingungen grundlegend:
- Das Wärmesignal wird schwächer. Ein PIR-Sensor erkennt eine Person in 15 m Entfernung nur mit einer Optik, die ihr Sichtfeld stark bündelt.
- Die Geometrie wird wichtiger. Regalgassen, Hochregale und Maschinen schränken die Sicht ein. Der Sensor muss in die Gasse „hineinsehen“, nicht auf die Regaloberseiten.
- Störquellen nehmen zu. Heizungsgebläse, warme Maschinen, Tore und Oberlichter erzeugen Temperatur- und Lichtwechsel, die zu Fehlauslösungen führen können.
- Die Umgebung ist rauer. Staub, Feuchtigkeit, Kälte oder Außenbereiche erfordern robustere Gehäuse.
Highbay-Sensoren begegnen dem mit austauschbaren Linsen, angepassten Auswertealgorithmen und passenden Schutzarten.
Die Highbay-Sensoren im Überblick
| Sensor | Versorgung | Montagehöhe | Schutzart | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| EFS104 | 120–277 V AC, integriertes Netzteil | > 6 m, mit Linse HBL3-2 bis 22 m | IP40 | direkt am Netz, Tageslichtnutzung |
| EFS106 | 12 V DC über AUX-Schnittstelle | 5–22 m | IP40 | für LLLC/NLC5, Plug-and-Play, Linse HBL3-2 |
| EFS106W | 12 V DC über AUX-Schnittstelle | bis 22 m | IP66 | schwarzes UV-beständiges Nylongehäuse, Fotozelle für Hold ON/OFF, Linse WHBL3-2 |
| MWS105E | 12 V DC über FA102 | bis 6,5 m | IP20 | Mikrowelle, Erfassung bis 15 m, Empfindlichkeit 0–100 % |
Alle drei EFS-Varianten nutzen PIR-Erfassung mit dem AlgoH2-Algorithmus, der die Erkennung in großen Höhen verbessern und Fehlalarme vermeiden soll, und kommunizieren per Bluetooth Mesh mit einer im Datenblatt angegebenen Reichweite von bis zu 100 m. Der Betriebstemperaturbereich reicht laut Datenblatt von −33 °C bis 65 °C – relevant etwa für ungeheizte Lager oder Kühlbereiche.
EFS104 oder EFS106?
Die Wahl hängt vor allem von der Leuchte ab:
- Der EFS104 hat ein integriertes Netzteil und wird direkt an die Netzspannung angeschlossen. Er eignet sich, wenn der Sensor extern an bestehenden Leuchten oder in der Nähe einer Leuchtengruppe montiert werden soll.
- Der EFS106 wird über eine 12-V-AUX-Schnittstelle versorgt und direkt an der Leuchte angesteckt. Das ist der Weg für Leuchtenhersteller und für Projekte, in denen jede Hallenleuchte ihren eigenen Sensor erhält – Stichwort LLLC auf Leuchtenebene.
- Der EFS106W ist die robuste Variante für Außenbereiche, Vordächer, Laderampen, Waschhallen oder feuchte Produktionsumgebungen.
Die richtige Linse wählen
Die Linse bestimmt, wie groß und wie geformt das Erfassungsfeld am Boden ist. Für EFS104 und EFS106 ist die Linse HBL3-2 für Höhen bis zu 22 m erhältlich, für den EFS106W die entsprechende WHBL3-2. Grundsätzlich gilt:
- Größere Höhe → stärker bündelnde Linse. Das Erfassungsfeld wird relativ zur Höhe kleiner, die Empfindlichkeit am Boden bleibt dafür erhalten.
- Regalgassen → gerichtete Erfassung. In Hochregallagern sollte der Sensor die Gasse erfassen, nicht den Nachbargang. Positionieren Sie den Sensor mittig über der Gasse.
- Offene Flächen → möglichst rundes Erfassungsfeld und ein gleichmäßiges Raster.
Sensorraster planen
Grundregeln
- Überlappung vorsehen: Benachbarte Erfassungsfelder sollten sich überschneiden. Als Richtwert haben sich rund 10 bis 20 % Überlappung bewährt, damit auch Personen an den Feldrändern sicher erkannt werden.
- Bewegungsrichtung beachten: PIR-Sensoren erkennen Bewegungen quer zum Sensor zuverlässiger als Bewegungen direkt darauf zu. In Gassen bewegen sich Personen meist längs – ein Sensor pro Gassenabschnitt mit überlappenden Feldern ist robuster als wenige Sensoren mit großen Abständen.
- Zonen sinnvoll bilden: Fasst man mehrere Sensoren zu einer Zone zusammen, bleibt das Licht an, solange irgendein Sensor der Zone Anwesenheit meldet. Gassen, Hauptverkehrswege und Kommissionierbereiche sollten eigene Zonen erhalten.
- Tore und Übergänge berücksichtigen: An Toren und Durchfahrten sollte das Licht bereits eingeschaltet sein, bevor ein Stapler die Zone erreicht. Ein Sensor vor dem Tor oder eine Verknüpfung benachbarter Zonen löst das.
Grundlicht statt Dunkelheit
In Hallen ist vollständiges Abschalten nicht immer sinnvoll. Oft ist eine Absenkung auf ein Grundniveau die bessere Strategie: Die Halle bleibt orientierbar, Kameras und Personen im Nachbarbereich sehen genug, und beim Betreten steht sofort volles Licht zur Verfügung. Als Richtwert werden Grundniveaus von 10 bis 30 % genannt; die richtige Einstellung ergibt sich aus der Nutzung und der Gefährdungsbeurteilung. Beachten Sie die Anforderungen an Arbeitsstätten und Verkehrswege nach ASR A3.4 und DIN EN 12464-1 sowie Vorgaben zur Sicherheitsbeleuchtung, die von der Lichtsteuerung unabhängig funktionieren muss.
Fehlalarme vermeiden
Fehlauslösungen kosten Energie und Vertrauen in das System. Die häufigsten Ursachen in Hallen und ihre Abhilfe:
| Störquelle | Wirkung | Abhilfe |
|---|---|---|
| Warmlufterzeuger, Deckenstrahler | wechselnde Wärmefelder lösen PIR aus | Sensor nicht im Luftstrom montieren, Abstand halten |
| Direkte Sonne durch Oberlichter | Wärme- und Lichtwechsel | Sensor nicht in Richtung Lichtband ausrichten |
| Tore, Außenverkehr | Erkennung außerhalb der Halle | Erfassungsfeld von Toröffnungen fernhalten |
| Nachbargassen | Licht geht in falscher Gasse an | Sensor mittig über Gasse, passende Linse |
| Warme Maschinen oder Motoren | erkannt als Bewegung | Standort der Maschine bei der Positionierung berücksichtigen |
| Mikrowelle in Leichtbauhallen | Erfassung durch Wände | Empfindlichkeit reduzieren (MWS105E: 0–100 %) |
Der AlgoH2-Algorithmus der EFS-Sensoren ist darauf ausgelegt, echte Anwesenheit von solchen Störungen zu unterscheiden. Eine sorgfältige Positionierung bleibt trotzdem die wirksamste Maßnahme.
Tageslicht in Hallen nutzen
Viele Hallen haben Lichtbänder, Oberlichter oder große Tore. Die EFS-Highbay-Sensoren verfügen über Tageslichtnutzung und können die Beleuchtung bei ausreichendem Tageslicht dimmen oder abschalten. Der EFS106W bietet zusätzlich eine Fotozelle für Hold ON/OFF-Betrieb, etwa für Vordächer und Außenflächen. Hintergründe zur Regelung finden Sie im Ratgeber Tageslichtnutzung / Daylight Harvesting.
Inbetriebnahme und Optimierung
- Begehung mit Stapler: Prüfen Sie die Erfassung mit den tatsächlichen Fahrzeugen und Geschwindigkeiten, nicht nur zu Fuß.
- Nachlaufzeiten nach Nutzung: Kommissionierzonen mit ständigem Verkehr vertragen längere, selten genutzte Gassen kürzere Nachlaufzeiten.
- Schichtbetrieb abbilden: Zeitprogramme für Schichtwechsel oder Wochenenden ergänzen die Präsenzsteuerung. Für die zeitliche Synchronisation einer Zone steht die Echtzeituhr CR01 zur Verfügung.
- Daten auswerten: Belegungsdaten zeigen, welche Bereiche kaum genutzt werden, und liefern Argumente für weitere Optimierungen (siehe Energiemonitoring und Belegungsdaten).
Wirtschaftlichkeit
Hallen haben hohe Anschlussleistungen, lange Betriebszeiten und oft große Bereiche, die nur zeitweise genutzt werden. Deshalb amortisieren sich Highbay-Sensoren häufig besonders schnell. In Kombination mit LED-Technik und vernetzter Steuerung sind bei der Beleuchtung Einsparungen von bis zu 90 % gegenüber ungeregelten Altanlagen möglich. Weil die Keilton+autani-Sensoren per Bluetooth Mesh kommunizieren, entfallen zusätzliche Steuerleitungen – bei Montagehöhen über 10 m ein erheblicher Kostenfaktor, weil jede Arbeit an der Decke Hubarbeitsbühnen erfordert. Eine projektbezogene Abschätzung liefert der Einsparrechner; für konkrete Hallenprojekte sprechen Sie uns gern über Kontakt an.
Fazit
Highbay-Sensoren machen Hallen- und Lagerbeleuchtung bedarfsgerecht – vorausgesetzt, Linse, Raster und Montageort passen zu Höhe, Geometrie und Störquellen. EFS104 und EFS106 decken mit der Linse HBL3-2 Höhen bis 22 m ab, der EFS106W bringt IP66 für Außen- und Feuchtbereiche mit. Wer mit Grundlicht statt Abschaltung plant, Tageslicht einbezieht und die Inbetriebnahme mit realem Verkehr durchführt, erhält eine zuverlässige Steuerung mit hohem Einsparpotenzial.
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Rasterplaner
Häufige Fragen
Welcher Präsenzmelder eignet sich für hohe Hallen?
Für Hallen sind spezielle Highbay-Sensoren mit bündelnden, austauschbaren Linsen nötig. Die Keilton+autani-Sensoren EFS104 und EFS106 sind mit der Linse HBL3-2 für Montagehöhen bis 22 m ausgelegt. Für Außen- und Feuchtbereiche gibt es die IP66-Variante EFS106W.
Wie viele Sensoren braucht eine Lagerhalle?
Das hängt von Montagehöhe, Linse, Hallengeometrie und Gassenbreiten ab. Die Erfassungsfelder sollten sich überlappen, und jede Regalgasse sollte eigenständig erfasst werden. Eine erste Abschätzung liefert der Rasterplaner, verbindlich sind die Erfassungsdiagramme der Hersteller.
Warum schaltet das Hallenlicht ohne Grund ein?
Häufige Ursachen sind Warmlufterzeuger, direkte Sonneneinstrahlung durch Oberlichter, Verkehr vor offenen Toren oder Bewegung in der Nachbargasse. Abhilfe schaffen eine andere Sensorposition, eine passende Linse und bei Mikrowellensensoren eine reduzierte Empfindlichkeit.
Sollte Hallenlicht bei Abwesenheit ganz ausgeschaltet werden?
Nicht immer. Eine Absenkung auf ein Grundniveau, als Richtwert 10 bis 30 Prozent, hält die Halle orientierbar und sorgt für sofort volles Licht beim Betreten. Die richtige Strategie ergibt sich aus Nutzung, Gefährdungsbeurteilung und den Anforderungen an Verkehrswege.
Funktionieren Highbay-Sensoren auch in Kühllagern?
Die EFS-Highbay-Sensoren sind laut Datenblatt für Betriebstemperaturen von minus 33 bis plus 65 Grad Celsius spezifiziert. Prüfen Sie für den konkreten Einsatz zusätzlich Schutzart, Kondensation und die Anforderungen der Leuchte.




