Wenn Sie Sensoren für die Lichtsteuerung planen, entscheiden drei Größen über Erfolg oder Frust im Betrieb: die Montagehöhe, der tatsächlich nutzbare Erfassungsbereich und das daraus abgeleitete Raster, also der Abstand der Sensoren zueinander. Die Grundregel lautet: Wählen Sie zuerst die passende Sensortechnologie für Raumhöhe und Nutzung, lesen Sie dann das Erfassungsdiagramm des Datenblatts für genau diese Höhe ab und legen Sie das Raster so, dass sich die Erfassungsfelder überlappen, statt nur zu berühren. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen den Planungsablauf Schritt für Schritt, mit Richtwerten, typischen Fehlern und konkreten Produktbeispielen.

Warum Sensorplanung mehr ist als „ein Melder pro Raum“

Eine Lichtsteuerung spart nur dann Energie, wenn sie zuverlässig erkennt, ob jemand im Raum ist, und gleichzeitig nicht bei jedem Luftzug oder jedem vorbeifahrenden Stapler schaltet. Fehlplanungen zeigen sich in der Praxis auf zwei Arten:

  • Falsches Ausschalten: Personen sitzen ruhig am Schreibtisch, der Sensor „sieht“ sie nicht, das Licht dimmt ab. Die Folge sind Beschwerden und oft manuell überbrückte Sensoren, womit die Einsparung verloren ist.
  • Falsches Einschalten: Der Sensor erfasst Bewegungen im Flur, durch Glaswände oder in Nachbarzonen. Das Licht brennt, obwohl der Bereich leer ist.

Beide Effekte lassen sich mit sauberer Planung weitgehend vermeiden. Grundlagen zu den Messprinzipien finden Sie im Ratgeber PIR, Ultraschall, Mikrowelle, die Unterscheidung zwischen Präsenz- und Bewegungserkennung im Beitrag Präsenzmelder vs. Bewegungsmelder.

Schritt 1: Montagehöhe bestimmen und Sensortyp wählen

Die Montagehöhe ist der wichtigste Ausgangswert, weil jedes Sensorprinzip und jede Linse für einen bestimmten Höhenbereich ausgelegt ist. Messen Sie die tatsächliche Höhe der Sensorunterkante über dem Boden, nicht die Raumhöhe laut Plan. Abgehängte Decken, Pendelleuchten oder Lichtbänder verändern den Wert oft um mehr als einen Meter.

MontagehöheTypische RäumeGeeignete Sensoren (Keilton+autani)Hinweise laut Datenblatt
2–5 mBüro, Besprechung, Klassenraum, FlurIFS105SE, IFS108Für Anwendungen zwischen 2 und 5 m, PIR + Tageslicht, Einbau auf Leuchtenebene (LLLC)
Deckenmontage ohne NetzleitungBestandsbüros, NebenräumeBCS107Batteriebetrieb (CR123A), bis zu 10 Jahre Batterielebensdauer, PIR + Tageslicht
Räume bis 56 m²Großraumbüro-Zonen, BesprechungEFS107EDual-Tech PIR + Ultraschall, 12 V über Leuchtencontroller
bis 6,5 mLager, Werkstatt, Flure, TiefgarageMWS105E mit FA102Mikrowelle, Erfassungsbereich bis 15 m, Empfindlichkeit 0–100 % einstellbar
5–22 mHallen, Hochregallager, ProduktionEFS106, EFS104EFS106: 12 V, 5–22 m; EFS104: 120–277 VAC, ab 6 m, Linse HBL3-2 bis 22 m
bis 22 m, feucht/außenKühlbereiche, Außenlager, VordächerEFS106WIP66, UV-beständiges schwarzes Gehäuse, Linse WHBL3-2

Was die Höhe physikalisch verändert

Bei PIR-Sensoren wächst der erfasste Bodenbereich mit zunehmender Höhe, gleichzeitig sinkt aber die Empfindlichkeit für kleine Bewegungen, weil jede Wärmequelle auf weniger Sensorsegmente abgebildet wird. Deshalb setzen die Highbay-Sensoren EFS104 und EFS106 auf austauschbare Linsen und den AlgoH2-Algorithmus, der laut Datenblatt Fehlalarme in großen Höhen reduziert. Mikrowellensensoren reagieren auch auf kleine Bewegungen und durchdringen dünne Materialien, was in offenen Lagerzonen ein Vorteil, bei Leichtbauwänden aber ein Risiko für Fehlschaltungen sein kann. Dual-Tech-Sensoren wie der EFS107E kombinieren PIR und Ultraschall und eignen sich dort, wo Personen lange ruhig sitzen.

Schritt 2: Erfassungsbereich richtig lesen

Der Erfassungsbereich ist keine feste Zahl, sondern hängt von Montagehöhe, Linse, Bewegungsrichtung und Empfindlichkeitseinstellung ab. Beachten Sie beim Lesen von Datenblättern und Erfassungsdiagrammen folgende Punkte:

  1. Bezugshöhe prüfen: Angaben gelten nur für die angegebene Montagehöhe. Bei abweichender Höhe verschiebt sich der Radius.
  2. Bewegungsrichtung beachten: PIR-Sensoren erfassen tangentiale Bewegungen (quer zum Sensor) deutlich besser als radiale Bewegungen (direkt auf den Sensor zu). Flure sollten Sie deshalb eher mit enger gesetzten Sensoren planen.
  3. Präsenz- und Bewegungsbereich unterscheiden: Der Radius für Gehbewegungen ist typischerweise erheblich größer als der für feine Bewegungen am Schreibtisch.
  4. Hindernisse berücksichtigen: Regale, Trennwände, Schränke und hohe Maschinen schatten PIR-Sensoren ab. In Regalgassen gehört der Sensor daher in die Gasse, nicht über das Regal.

Schritt 3: Das Raster festlegen

Aus dem Erfassungsbereich leiten Sie das Raster ab. Ziel ist eine lückenlose Abdeckung der Nutzfläche mit definierter Überlappung.

Überlappung einplanen

Setzen Sie Sensoren so, dass sich die Präsenzbereiche benachbarter Sensoren überlappen. Bei kreisförmigen Erfassungsbereichen und quadratischem Raster bleiben sonst in den Ecken zwischen vier Sensoren Lücken. Eine einfache geometrische Regel: Beträgt der Radius des zuverlässigen Erfassungsbereichs r, dann deckt ein quadratisches Raster mit einem Achsabstand von höchstens r × √2 (rund 1,41 × r) die Fläche ohne Lücken ab. In der Praxis planen Sie mit etwas Reserve darunter, weil Möbel und Personen die Erfassung weiter einschränken.

Beispielrechnung (Richtwert)

Ein Büro-Großraum mit 3,0 m Montagehöhe soll mit Präsenzsensoren auf Leuchtenebene ausgestattet werden. Angenommen, das Datenblatt weist für diese Höhe einen zuverlässigen Präsenzradius von 2,0 m aus:

  • Maximaler Achsabstand im Quadratraster: 2,0 m × 1,41 ≈ 2,8 m
  • Gewähltes Raster mit Reserve: 2,4 m × 2,4 m
  • Fläche je Sensor: rund 5,8 m²

Die Werte dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Rechnen Sie Ihr Projekt mit den Diagrammen des konkreten Sensors nach, zum Beispiel mit dem Rasterplaner.

Sensor pro Leuchte oder Sensor pro Zone?

Bei Leuchtenebenen-Steuerung (LLLC) sitzt in jeder Leuchte oder in jeder zweiten Leuchte ein Sensor. Das Raster ergibt sich dann aus dem Leuchtenraster, und die Überlappung ist meist automatisch gegeben. Über Bluetooth Mesh tauschen die Sensoren ihre Präsenzinformation aus, sodass benachbarte Leuchten gemeinsam reagieren können. Mehr dazu lesen Sie unter Lichtsteuerung auf Leuchtenebene und Bluetooth Mesh in der Lichtsteuerung.

Bei zonenbasierter Planung steuert ein Sensor mehrere Leuchten. Das spart Hardware, erfordert aber mehr Sorgfalt bei der Positionierung und bei der Zuordnung der Leuchten zu Zonen.

Schritt 4: Tageslicht und Zonierung mitdenken

Präsenzsensoren mit integriertem Lichtsensor, wie IFS105SE, IFS108, BCS107 oder die EFS-Highbay-Serie, übernehmen auch die tageslichtabhängige Regelung. Für die Planung heißt das:

  • Fensterzonen separat bilden: Leuchten in den ersten Metern hinter der Fassade erhalten deutlich mehr Tageslicht und sollten eine eigene Regelgruppe bilden.
  • Lichtsensor nicht direkt ins Fenster richten: Direkte Sonne oder Reflexionen verfälschen die Messung.
  • Oberlichter in Hallen beachten: In Hallen mit Lichtbändern im Dach kann die Tageslichtnutzung einen großen Teil der Einsparung ausmachen.

Details zur Regelung finden Sie im Ratgeber Tageslichtnutzung (Daylight Harvesting).

Schritt 5: Funknetz und Systemkomponenten einplanen

Bei Bluetooth-Mesh-Systemen gehört die Funkplanung zur Sensorplanung. Einige Planungswerte aus den Datenblättern:

KomponenteRelevanter Planungswert
IFS105SE, IFS108, WP108EBLE-Übertragung bis 30 m
EFS104, EFS106, EFS106W, EFS107EBLE-Übertragung bis 100 m
FA102 (Bluetooth-Node in der Leuchte)Übertragung 60 m
BCS107Übertragung bis 61 m
CR05 (Gateway)bis 100 Knoten je Zone
CR01 (Echtzeituhr)synchronisiert alle Geräte einer Zone für Zeitpläne

Beachten Sie, dass Funkreichweiten Freifeldangaben sind. Stahlbetondecken, Metallregale und Brandschutzwände reduzieren die Reichweite. Planen Sie Zonen deshalb eher kompakt und berücksichtigen Sie, dass je Gateway-Zone maximal 100 Knoten integriert werden können.

Checkliste für die Sensorplanung

  1. Montagehöhe je Bereich vor Ort messen
  2. Nutzung festlegen: sitzend (Präsenz) oder gehend (Bewegung)
  3. Sensortechnologie und Linse passend zur Höhe wählen
  4. Erfassungsradius aus dem Datenblatt für diese Höhe ablesen
  5. Raster mit Überlappung berechnen (Achsabstand unter r × 1,41)
  6. Hindernisse, Regale und Glasflächen im Plan markieren
  7. Tageslichtzonen und Regelgruppen definieren
  8. Funkreichweiten und Zonengröße (max. 100 Knoten je CR05) prüfen
  9. Nachlaufzeiten und Dimmstufen je Zone festlegen
  10. Abnahme mit Begehung und Bewegungstest einplanen

Für eine schnelle Vorauswahl eignet sich der Sensor-Finder, für die Visualisierung einzelner Räume der Raum-Simulator. Hallen und Lager behandelt der Ratgeber Highbay-Sensoren für Hallen und Lager ausführlich.

Fazit

Eine gute Sensorplanung beginnt mit der real gemessenen Montagehöhe, setzt die passende Technologie für die Nutzung ein und legt das Raster mit bewusster Überlappung fest. Richtwerte helfen in der Vorplanung, verbindlich sind die Erfassungsdiagramme der Datenblätter. Wer zusätzlich Tageslichtzonen, Hindernisse und Funkzonen berücksichtigt, erhält eine Lichtsteuerung, die zuverlässig schaltet und die möglichen Einsparungen tatsächlich erreicht. Wenn Sie Unterstützung bei einem konkreten Projekt benötigen, sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.

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Häufige Fragen

In welcher Höhe sollte ein Präsenzmelder montiert werden?

Das hängt vom Sensortyp ab. Sensoren für Büros und Klassenräume wie IFS105SE oder IFS108 sind für 2 bis 5 m ausgelegt, Highbay-Sensoren wie EFS106 für 5 bis 22 m. Maßgeblich ist die tatsächlich gemessene Höhe der Sensorunterkante über dem Boden.

Wie groß ist der Erfassungsbereich eines Präsenzmelders?

Der Erfassungsbereich hängt von Montagehöhe, Linse, Bewegungsrichtung und Empfindlichkeit ab. Für feine Bewegungen am Arbeitsplatz ist er deutlich kleiner als für Gehbewegungen. Verbindlich sind die Erfassungsdiagramme im Datenblatt des jeweiligen Sensors.

Wie berechne ich den Abstand zwischen zwei Sensoren?

Bei kreisförmigem Erfassungsbereich mit Radius r deckt ein quadratisches Raster mit höchstens r × 1,41 Achsabstand die Fläche lückenlos ab. Planen Sie etwas Reserve darunter ein, weil Möbel und Hindernisse die Erfassung einschränken.

Welcher Sensor eignet sich für Hallen über 6 Meter?

Für große Höhen sind Highbay-Sensoren mit spezieller Linse vorgesehen, etwa EFS104 (120–277 VAC, ab 6 m, Linse HBL3-2 bis 22 m) oder EFS106 (12 V, 5–22 m). Für feuchte oder Außenbereiche gibt es den EFS106W mit IP66.

Brauche ich in jeder Leuchte einen Sensor?

Bei Leuchtenebenen-Steuerung (LLLC) sitzt häufig in jeder Leuchte ein Sensor, was eine dichte Abdeckung und feine Zonierung ermöglicht. Alternativ steuert ein Sensor eine Zone mit mehreren Leuchten, was weniger Hardware erfordert, aber sorgfältiger positioniert werden muss.