PIR-Sensoren erkennen Wärmestrahlung von Personen und sind die robuste Standardlösung für die meisten Innenräume mit freier Sicht. Ultraschallsensoren erfassen auch kleinste Bewegungen und „sehen“ um Hindernisse herum, reagieren aber empfindlicher auf Luftströmungen. Mikrowellensensoren durchdringen dünne, nichtmetallische Materialien und eignen sich besonders für Leuchtenintegration und größere Montagehöhen, müssen aber sorgfältig in der Empfindlichkeit eingestellt werden. Dual-Tech-Sensoren kombinieren zwei Verfahren und liefern so die höchste Erkennungssicherheit bei wenigen Fehlschaltungen. Welche Technologie passt, hängt von Raumgeometrie, Nutzung und Störquellen ab – dieser Ratgeber hilft Ihnen bei der Entscheidung.

Warum die Sensortechnologie so entscheidend ist

Eine Lichtsteuerung ist nur so gut wie ihre Anwesenheitserkennung. Zwei Fehlerbilder bestimmen die Nutzerakzeptanz:

  • Falsch-negativ (Fehlabschaltung): Personen sind anwesend, der Sensor erkennt sie nicht, das Licht geht aus. Das führt zu Beschwerden und im schlimmsten Fall zur Überbrückung der Automatik.
  • Falsch-positiv (Fehlauslösung): Niemand ist da, trotzdem schaltet das Licht ein oder bleibt an – etwa durch Luftzug, Heizungsgebläse oder Bewegung im Nachbarraum. Das kostet Energie.

Die Wahl der Technologie verschiebt das Verhältnis zwischen diesen beiden Fehlerarten. Hinzu kommen Auswertealgorithmen: Die Keilton+autani-Sensoren nutzen beispielsweise AlgoH bzw. AlgoH2, um die Erkennung zu maximieren und Fehlalarme zu reduzieren.

PIR: Passiv-Infrarot

Funktionsprinzip

Ein PIR-Sensor sendet selbst nichts aus. Er misst mit einem pyroelektrischen Element Änderungen der Infrarot-Wärmestrahlung in seinem Sichtfeld. Eine vorgesetzte Linse – meist eine Fresnel-Linse – teilt das Sichtfeld in viele Einzelzonen. Bewegt sich eine Person von einer Zone in die nächste, entsteht ein Signalwechsel, den die Elektronik als Bewegung auswertet.

Stärken und Grenzen

  • Stärken: geringer Energiebedarf (ideal auch für Batteriegeräte), unempfindlich gegen Luftströmungen, gut abgrenzbarer Erfassungsbereich, kein Durchdringen von Wänden oder Glas.
  • Grenzen: benötigt direkte Sichtverbindung. Regale, Trennwände oder hohe Monitore erzeugen „tote Winkel“. Bewegungen quer zum Sensor (tangential) werden besser erkannt als Bewegungen direkt auf den Sensor zu (radial).

PIR ist die Basis der meisten Keilton+autani-Sensoren, etwa des batteriebetriebenen Deckensensors BCS107, der LLLC-Sensoren IFS108 und IFS105SE sowie der Highbay-Sensoren EFS104 und EFS106. Bei Highbay-Sensoren bestimmen austauschbare Linsen, welche Montagehöhe und welches Erfassungsfeld abgedeckt werden.

Ultraschall

Funktionsprinzip

Ultraschallsensoren sind aktive Sensoren. Sie senden Schallwellen im nicht hörbaren Frequenzbereich oberhalb von 20 kHz aus und werten die reflektierten Wellen aus. Bewegt sich ein Objekt, verschiebt sich die Frequenz des Echos (Doppler-Effekt) – der Sensor erkennt Bewegung.

Stärken und Grenzen

  • Stärken: erkennt sehr kleine Bewegungen; der Schall füllt den Raum und wird an Flächen reflektiert, sodass auch Bereiche hinter Trennwänden oder Möbeln erfasst werden. Gut geeignet für Sanitärräume mit Kabinen oder verwinkelte Räume.
  • Grenzen: Luftbewegungen durch Lüftungsauslässe, Fenster oder Ventilatoren können Fehlauslösungen verursachen. In sehr großen, offenen Hallen verliert das Verfahren an Wirksamkeit. Weiche, schallabsorbierende Oberflächen reduzieren die Reichweite.

Mikrowelle (HF / Radar)

Funktionsprinzip

Mikrowellensensoren senden hochfrequente elektromagnetische Wellen aus und werten ebenfalls den Doppler-Effekt der Reflexionen aus. Anders als Ultraschall durchdringen Mikrowellen dünne, nichtmetallische Materialien wie Kunststoff, Glas oder Leichtbauwände.

Stärken und Grenzen

  • Stärken: sehr empfindlich, unabhängig von Temperatur, lässt sich unsichtbar hinter Kunststoffabdeckungen oder in Leuchten einbauen. Damit eignet sich Mikrowelle besonders für die Integration in Leuchten.
  • Grenzen: Die Durchdringung ist Vor- und Nachteil zugleich. Bewegungen hinter Wänden, im Nachbarraum oder vorbeifahrende Fahrzeuge können erkannt werden. Auch bewegte Objekte wie Lüfterräder oder schwingende Bauteile lösen unter Umständen aus. Eine sorgfältige Empfindlichkeitseinstellung ist deshalb Pflicht.

Der Keilton+autani Eco-Sensor MWS105E ist ein solcher Mikrowellensensor: Erfassungsbereich bis zu 15 m, Montagehöhe bis zu 6,5 m, Empfindlichkeit von 0 bis 100 % über die App einstellbar, dazu Verzögerungszeit und zweistufige Dimmung. Als Nicht-Bluetooth-Gerät arbeitet er mit einem Bluetooth-Controller wie dem FA102 zusammen, der in der Leuchte sitzt.

Dual-Tech: das Beste aus zwei Welten

Dual-Tech-Sensoren kombinieren zwei Verfahren, meist PIR und Ultraschall. Die Logik ist typischerweise asymmetrisch:

  1. Einschalten nur, wenn beide Technologien Bewegung erkennen (oder PIR eindeutig auslöst) – das verhindert Fehlauslösungen durch Luftzug oder Nachbarbereiche.
  2. Halten der Anwesenheit, solange mindestens eine Technologie noch Bewegung erkennt – das verhindert Fehlabschaltungen bei ruhig sitzenden Personen.

Der Keilton+autani EFS107E ist ein 12-V-Dual-Tech-Deckensensor mit PIR und Ultraschall. Er deckt Räume mit einer Fläche von bis zu 56 m² ab, verfügt über Tageslichtsteuerung und wird über einen Leuchtencontroller mit Strom versorgt. Der AlgoH-Algorithmus soll die Erkennung maximieren und gleichzeitig Fehlalarme reduzieren.

Vergleichstabelle

KriteriumPIRUltraschallMikrowelleDual-Tech (PIR + US)
Prinzippassiv, Wärmestrahlungaktiv, Schall, Doppleraktiv, HF-Wellen, DopplerKombination
Sichtverbindung nötigjaneinneinteilweise
Kleine Bewegungengutsehr gutsehr gutsehr gut
Durchdringt Materialienneinnein (reflektiert)ja, nichtmetallischnein
Anfällig fürHindernisse, radiale BewegungLuftströmungBewegung hinter Wänden, Vibrationgering
Energiebedarfsehr geringmittelmittelmittel
Typische RäumeBüros, Flure, HallenWCs, verwinkelte RäumeLeuchtenintegration, Flure, NebenräumeGroßraum, Besprechung, Klassenräume

Die Bewertungen sind typische Eigenschaften der Verfahren. Das konkrete Verhalten hängt vom jeweiligen Produkt, seiner Linse bzw. Antenne und der Auswertelogik ab.

Entscheidungshilfe nach Raumtyp

Einzel- und Doppelbüro

Freie Sicht auf den Arbeitsplatz ist meist gegeben. Ein PIR-Präsenzmelder mit feiner Linse reicht in der Regel aus. Wichtig ist die Position: möglichst über oder seitlich vom Arbeitsplatz, nicht über der Tür.

Großraumbüro und Open Space

Viele Arbeitsplätze, Trennwände, Monitore. Hier bieten sich entweder Dual-Tech-Sensoren oder ein dichtes Raster aus PIR-Sensoren auf Leuchtenebene an. Das LLLC-Konzept – ein Sensor pro Leuchte – löst das Problem toter Winkel durch Redundanz (siehe LLLC / NLC5 erklärt).

Besprechungs- und Klassenräume

Lange Phasen mit wenig Bewegung. Dual-Tech ist hier die sichere Wahl, weil Ultraschall auch minimale Bewegungen hält.

Sanitärräume

Kabinen verdecken die Sicht. Ultraschall oder Dual-Tech erfasst auch Personen in geschlossenen Kabinen.

Flure und Treppenhäuser

Klare Bewegungsrichtungen, kurze Aufenthalte. PIR genügt, wenn der Sensor so platziert ist, dass Personen den Erfassungsbereich quer durchlaufen. Alternativ in Leuchten integrierte Mikrowellensensoren.

Hallen, Lager und Produktion

Große Montagehöhen, Regalgassen, Staplerverkehr. Hier sind spezialisierte Highbay-PIR-Sensoren mit austauschbaren Linsen das Mittel der Wahl – mehr dazu im Ratgeber Highbay-Sensoren für Hallen und Lager.

Montage und Einstellung: typische Fehlerquellen

Die beste Technologie scheitert an falscher Montage. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Montagehöhe einhalten: Jeder Sensor ist für einen bestimmten Höhenbereich spezifiziert, z. B. 2 bis 5 m für IFS108 und IFS105SE oder 5 bis 22 m für EFS106. Außerhalb dieses Bereichs verändern sich Erfassungsfeld und Empfindlichkeit.
  • Störquellen meiden: Nicht direkt neben Lüftungsauslässen (Ultraschall), Heizkörpern oder Warmluftgebläsen (PIR) oder schwingenden Bauteilen (Mikrowelle) montieren.
  • Überlappung planen: Erfassungsbereiche benachbarter Sensoren sollten sich überschneiden, damit keine Lücken entstehen. Der Rasterplaner unterstützt Sie dabei.
  • Empfindlichkeit und Nachlaufzeit abstimmen: Hohe Empfindlichkeit mit kurzer Nachlaufzeit ist meist besser als niedrige Empfindlichkeit mit langer Nachlaufzeit.
  • Nach Einzug nachjustieren: Möblierung und Nutzung ändern sich. Eine Nachkontrolle einige Wochen nach Bezug deckt Fehlabschaltungen auf.

Technologie und Vernetzung zusammendenken

Die Sensortechnologie entscheidet über die Erkennung, die Vernetzung über den Nutzen der Daten. Vernetzte Sensoren können sich gegenseitig ergänzen: Erkennt ein Sensor in einer Gruppe Anwesenheit, bleibt die ganze Zone an. So lassen sich Schwächen einzelner Sensoren ausgleichen. Mit Bluetooth Mesh funktioniert das ohne zusätzliche Steuerleitungen. Für einen direkten Produktvergleich nutzen Sie den Produktvergleich.

Fazit

Es gibt keine universell beste Sensortechnologie. PIR ist robust, sparsam und in den meisten Räumen mit freier Sicht die erste Wahl. Ultraschall spielt seine Stärke in verwinkelten Räumen aus, Mikrowelle bei der unsichtbaren Integration in Leuchten. Dual-Tech bietet die höchste Erkennungssicherheit dort, wo Personen lange ruhig sitzen. Entscheidend ist, die Technologie passend zu Raum, Nutzung und Störquellen zu wählen – und Montage sowie Einstellung ebenso sorgfältig zu planen wie die Produktauswahl.

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Häufige Fragen

Welcher Präsenzmelder ist besser: PIR oder Mikrowelle?

Das hängt vom Einsatzort ab. PIR ist robust, energiesparend und erfasst nur, was er direkt sieht – ideal für Räume mit freier Sicht. Mikrowelle ist empfindlicher und lässt sich unsichtbar in Leuchten integrieren, kann aber durch dünne Wände hindurch Bewegungen erkennen und muss daher sorgfältig eingestellt werden.

Was ist ein Dual-Tech-Präsenzmelder?

Ein Dual-Tech-Melder kombiniert zwei Erfassungsverfahren, meist PIR und Ultraschall. Typischerweise schaltet er erst ein, wenn beide Verfahren Bewegung erkennen, und hält das Licht, solange eines davon noch Bewegung registriert. So werden Fehlauslösungen und Fehlabschaltungen gleichermaßen reduziert.

Kann ein Mikrowellensensor durch Wände erkennen?

Ja, Mikrowellen durchdringen dünne, nichtmetallische Materialien wie Glas, Kunststoff oder Leichtbauwände. Dadurch können Bewegungen im Nachbarraum erkannt werden. Mit einer reduzierten Empfindlichkeit, beim MWS105E einstellbar von 0 bis 100 Prozent, lässt sich dieser Effekt begrenzen.

Warum erkennt mein PIR-Sensor Personen am Schreibtisch nicht?

PIR-Sensoren benötigen Sichtverbindung und reagieren auf Wechsel zwischen Erfassungszonen. Hohe Monitore, Trennwände oder eine zu große Entfernung verhindern die Erkennung kleiner Bewegungen. Abhilfe schaffen eine bessere Sensorposition, ein dichteres Sensorraster oder ein Dual-Tech-Sensor.

Welcher Sensor eignet sich für Toiletten mit Kabinen?

Für Sanitärräume mit Kabinen eignen sich Ultraschall- oder Dual-Tech-Sensoren, weil der Schall an Flächen reflektiert wird und so auch Personen in geschlossenen Kabinen erfasst. Ein reiner PIR-Sensor sieht nicht in die Kabinen hinein und führt häufig zu Fehlabschaltungen.