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Glossar

Sensorik von A bis Z.

Die wichtigsten Begriffe rund um Präsenzmelder, Lichtsteuerung, Vernetzung und Gebäudeautomation – kurz und präzise erklärt.

0

0-10V

Die 0-10V-Schnittstelle ist ein analoges Verfahren zur Helligkeitssteuerung von LED-Treibern. Über ein separates Steueradernpaar gibt eine Steuerung eine Gleichspannung vor: Je höher die Spannung, desto höher das Lichtniveau. Anders als DALI überträgt 0-10V weder Adressen noch Statusmeldungen; alle Treiber an einem Kanal reagieren gemeinsam. Das Verfahren ist vor allem in Nordamerika verbreitet, in Europa findet sich häufig die verwandte, aber nicht identische 1-10V-Schnittstelle. Der Bluetooth-Knoten FA102 von Keilton+autani ist mit einfachem (FA102.C1) oder doppeltem 0-10V-Ausgang (FA102.C2) erhältlich und macht so 0-10V-Leuchten zu vernetzten Leuchten mit Steuerung auf Leuchtenebene.

A

AlgoH2

AlgoH2 ist der Erkennungsalgorithmus, mit dem Keilton+autani-Sensoren Anwesenheit zuverlässiger erkennen und Fehlalarme reduzieren. Besonders relevant ist das bei großen Montagehöhen, etwa in Hallen und Hochregallagern, wo Bewegungen am Boden nur schwache Signale am Sensor erzeugen und ungewollte Schaltvorgänge den Betrieb stören. Laut Datenblatt nutzen unter anderem der Highbay-Sensor EFS104, die Highbay-Sensoren EFS106 und EFS106W für Montagehöhen bis 22 m sowie die Indoor-Sensoren IFS105SE und IFS108 den Algorithmus. Welcher Sensor für eine konkrete Höhe passt, zeigt der Sensor-Finder.

Astronomische Zeitschaltuhr

Eine astronomische Zeitschaltuhr berechnet die Zeitpunkte von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang aus Datum und geografischer Position. Anders als eine feste Uhrzeit folgt die Schaltung damit dem jahreszeitlichen Verlauf der Tageslänge – ohne manuelles Nachstellen. Typische Anwendungen sind Außen- und Parkplatzbeleuchtung, Fassaden und Zufahrten, oft kombiniert mit Präsenzerkennung für bedarfsgerechtes Dimmen in der Nacht. Im Keilton+autani-System übernimmt der CR02-W diese Aufgabe: Der Dongle enthält ein astronomisches Echtzeituhr-Modul, hält die Zeit per interner Batterie auch bei Stromausfall und synchronisiert alle Geräte seiner Zone. Mit Range Extension erreicht er laut Datenblatt bis zu 500 m Kommunikationsreichweite.

B

BACnet

BACnet (Building Automation and Control Networks) ist ein herstellerunabhängiges Datenkommunikationsprotokoll für die Gebäudeautomation, genormt als ANSI/ASHRAE-Standard 135 und international als ISO 16484-5. Es beschreibt Geräte über standardisierte Objekte und Dienste, sodass Heizung, Lüftung, Klima, Beleuchtung und Zutritt in einer Gebäudeleittechnik zusammengeführt werden können. Verbreitet ist die Variante BACnet/IP über Ethernet-Netzwerke. Für die Lichtsteuerung bedeutet BACnet: Zustände, Präsenzmeldungen und Energiewerte lassen sich in der GLT anzeigen und nutzen. Der AU-Manager von Keilton+autani bietet laut Datenblatt optionale BACnet/IP-Konnektivität. Planungshinweise zur Anbindung gibt der Ratgeber GLT-Anbindung.

Beleuchtungsstärke

Die Beleuchtungsstärke (Formelzeichen E) gibt an, wie viel Lichtstrom auf eine Fläche fällt. Ihre Einheit ist Lux: 1 lx entspricht 1 Lumen pro Quadratmeter. In der Lichtplanung ist sie die wichtigste Zielgröße, weil Normen wie DIN EN 12464-1 Wartungswerte der Beleuchtungsstärke für Arbeitsstätten vorgeben, etwa 500 lx für typische Bürotätigkeiten wie Schreiben, Lesen und Bildschirmarbeit. Lichtsensoren in Präsenzmeldern messen die Helligkeit im Raum und ermöglichen Tageslichtnutzung und Konstantlichtregelung: Die Leuchten liefern nur so viel Kunstlicht, wie zum Erreichen des Sollwerts nötig ist. Wie sich Beleuchtungsstärke und Leuchtenraster auf die Planung auswirken, zeigt der Raum-Simulator.

Bewegungsmelder

Ein Bewegungsmelder erkennt Bewegungen im Erfassungsbereich und schaltet daraufhin Beleuchtung ein, nach Ablauf einer Nachlaufzeit wieder aus. Er reagiert typischerweise auf größere Bewegungen wie Gehen und wird deshalb vor allem in Verkehrsflächen, Treppenhäusern, Nebenräumen und im Außenbereich eingesetzt. Im Unterschied zum Präsenzmelder ist er in der Regel nicht darauf ausgelegt, feine Bewegungen sitzender Personen zu erfassen, und regelt die Beleuchtung meist nicht abhängig vom Tageslicht. Die gebräuchlichste Technik ist der PIR-Sensor. Wann ein Bewegungsmelder genügt und wann ein Präsenzmelder sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Präsenzmelder vs. Bewegungsmelder.

Bluetooth Mesh

Bluetooth Mesh ist ein von der Bluetooth Special Interest Group (SIG) spezifizierter Netzwerkstandard, der 2017 veröffentlicht wurde und auf Bluetooth Low Energy aufsetzt. Geräte kommunizieren nicht nur mit einer Zentrale, sondern leiten Nachrichten untereinander weiter. Dadurch wächst die Reichweite mit jeder zusätzlichen Leuchte oder jedem Sensor, und das Netz bleibt funktionsfähig, wenn einzelne Knoten ausfallen. Für die Lichtsteuerung ist das ideal, weil Leuchten ohnehin dicht verteilt sind und ohne zusätzliche Steuerleitungen vernetzt werden können – ein Vorteil gerade bei der Nachrüstung. Keilton+autani-Komponenten wie IFS108 oder EFS106 nutzen Bluetooth 5.0. Mehr im Ratgeber Bluetooth-Mesh-Lichtsteuerung.

D

DALI

DALI (Digital Addressable Lighting Interface) ist ein international genormtes digitales Protokoll für die Lichtsteuerung, festgelegt in der Normenreihe IEC 62386. Über eine zweiadrige Steuerleitung lassen sich pro DALI-Linie bis zu 64 Betriebsgeräte einzeln adressieren, in bis zu 16 Gruppen zusammenfassen und mit bis zu 16 Szenen ansteuern. Anders als bei analogen Schnittstellen können Betriebsgeräte Statusinformationen wie Lampenfehler zurückmelden. DALI ist in Europa der verbreitetste Standard für dimmbare LED-Treiber in Büro- und Gewerbebauten. Enlighted-Sensoren können laut Datenblatt an LED-Treiber mit DALI- oder 0-10V-Schnittstelle angeschlossen werden. Die Weiterentwicklung mit Zertifizierung und standardisierten Steuergeräten heißt DALI-2.

DALI-2

DALI-2 ist die aktuelle Generation des DALI-Standards auf Basis der überarbeiteten Normenreihe IEC 62386. Wesentliche Neuerungen gegenüber DALI: Neben Betriebsgeräten sind nun auch Steuergeräte und Eingabegeräte wie Präsenzmelder, Lichtsensoren und Taster genormt, sodass Komponenten verschiedener Hersteller auf einer Linie besser zusammenarbeiten. Produkte dürfen das DALI-2-Logo nur nach erfolgreicher Zertifizierung durch die Digital Illumination Interface Alliance (DiiA) tragen, was die Interoperabilität zusätzlich absichert. Für Planer bedeutet DALI-2 mehr Herstellerunabhängigkeit bei kabelgebundenen Lichtsteuerungen. Ob ein kabelgebundenes DALI-2-System oder eine funkbasierte Lösung wie Bluetooth Mesh besser passt, hängt vor allem von Neubau oder Bestand ab.

Desk Sharing

Desk Sharing bezeichnet ein Büro-Organisationsmodell, bei dem Arbeitsplätze nicht fest zugeordnet sind. Mitarbeitende wählen oder buchen täglich einen freien Platz, häufig in Verbindung mit mobiler Arbeit. Ziel ist es, die Bürofläche an die tatsächliche Anwesenheit anzupassen und Leerstand zu reduzieren. Voraussetzung für eine fundierte Planung sind belastbare Daten zur realen Nutzung: Wie viele Plätze sind wann belegt, welche Zonen bleiben ungenutzt? Präsenzsensoren der Lichtsteuerung erfassen Anwesenheit ohnehin flächendeckend und können – je nach System – Belegungsdaten für solche Analysen liefern. Wie sich Energie- und Belegungsdaten gemeinsam nutzen lassen, beschreibt der Ratgeber Energiemonitoring und Belegungsdaten.

Dim-to-Off

Dim-to-Off ist eine Funktion dimmbarer LED-Treiber: Die Leuchte wird über das Steuersignal, etwa 0-10V, bis zum vollständigen Ausschalten heruntergeregelt, während der Treiber weiter an der Netzspannung bleibt. Ein zusätzliches Relais zum Abschalten ist dann nicht erforderlich. Das vereinfacht die Steuerung auf Leuchtenebene, weil Sensor und Funkmodul direkt in der Leuchte sitzen und der Treiber sie mit Hilfsspannung versorgen kann. Der Bluetooth-Knoten FA102 wird laut Datenblatt über einen 12-VDC-Eingang von dimmbaren LED-Treibern mit Dim-to-Off-Funktion versorgt. Zu beachten ist die geringe Standby-Leistung des Treibers im ausgeschalteten Zustand, die in Energiebilanzen einfließen sollte.

DLC (DesignLights Consortium)

Das DesignLights Consortium (DLC) ist eine gemeinnützige Organisation aus den USA, die technische Anforderungen an energieeffiziente Beleuchtung definiert und qualifizierte Produkte in öffentlichen Listen führt. Neben LED-Leuchten umfasst das Programm auch vernetzte Lichtsteuerungssysteme (Networked Lighting Controls, NLC), deren Anforderungen in Versionen wie NLC5 beschrieben sind. In Nordamerika ist eine DLC-Listung häufig Voraussetzung für Förderprogramme von Energieversorgern. In Europa dient sie als international anerkannter Qualitätsnachweis für Funktionsumfang und Interoperabilität. Der Begriff Luminaire Level Lighting Control (LLLC) wurde maßgeblich durch das DLC geprägt. In den Datenblättern der Keilton+autani-Komponenten ist eine DLC-Kennung ausgewiesen.

Dual-Tech

Dual-Tech-Sensoren kombinieren zwei unterschiedliche Erfassungstechnologien in einem Gerät, in der Regel passives Infrarot (PIR) und Ultraschall. PIR reagiert zuverlässig auf Wärmebewegungen im Sichtfeld, Ultraschall erfasst auch kleine Bewegungen und Bereiche hinter Hindernissen wie Trennwänden. Durch die Verknüpfung beider Signale lässt sich die Erkennung verbessern und das Risiko ungewollter Abschaltungen oder Fehlauslösungen senken. Typische Einsatzorte sind Besprechungsräume, Klassenzimmer, Sanitärbereiche und Büros mit verwinkelter Geometrie. Der EFS107E von Keilton+autani ist ein 12-V-Dual-Tech-Deckensensor mit PIR und Ultraschall, der laut Datenblatt Räume bis 56 m² abdeckt und Tageslichtnutzung bietet.

E

Echtzeituhr (RTC)

Eine Echtzeituhr (Real-Time Clock, RTC) ist ein Baustein, der Datum und Uhrzeit fortlaufend zählt und über eine eigene Batterie auch bei Stromausfall weiterläuft. In vernetzten Lichtsteuerungen ist sie Voraussetzung für Zeitpläne, etwa Grundlicht außerhalb der Kernzeiten oder Abschaltung am Wochenende, sowie für zeitgestempelte Energiedaten. Im Keilton+autani-System synchronisiert der USB-Dongle CR01 alle Geräte einer Bluetooth-Mesh-Zone; eine integrierte CR2032-Batterie sichert die Zeit bei Stromausfall. Die Variante CR01-ETC ergänzt Energiemonitoring. Für Außenanwendungen gibt es mit dem CR02-W eine Echtzeituhr mit astronomischer Zeitfunktion.

EnEfG (Energieeffizienzgesetz)

Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) ist seit November 2023 in Kraft und setzt Vorgaben der europäischen Energieeffizienzrichtlinie (EED) in deutsches Recht um. Nach geltender Fassung müssen Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 7,5 GWh ein Energie- oder Umweltmanagementsystem (ISO 50001 oder EMAS) einführen. Ab 2,5 GWh sind Umsetzungspläne für als wirtschaftlich identifizierte Effizienzmaßnahmen zu erstellen und zu veröffentlichen (§ 9). Das Bundeskabinett hat im Juni 2026 eine Novelle beschlossen, die Schwellenwerte an die EED angleichen soll; bis zu ihrem Inkrafttreten gilt die bestehende Fassung. Lichtsteuerung ist häufig eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen in solchen Plänen.

Energiemonitoring

Energiemonitoring bezeichnet das kontinuierliche Messen, Speichern und Auswerten von Energieverbrauchsdaten. In der Lichtsteuerung macht es sichtbar, wie viel Energie Präsenzerkennung, Tageslichtnutzung und Zeitpläne tatsächlich einsparen, und liefert Nachweise für Energiemanagementsysteme und Förderanträge. Im Keilton+autani-System zeichnet der Dongle CR01-ETC laut Datenblatt alle 15 Minuten ein Rohprotokoll der Verbrauchsdaten einer Zone auf. Der AU-Manager bewahrt Systemereignisse über ein Jahr auf und stellt Echtzeit- und historische Verbräuche grafisch dar. Wie sich Energie- und Belegungsdaten kombinieren lassen, zeigt der Ratgeber Energiemonitoring und Belegungsdaten.

Enlighted

Enlighted ist ein Anbieter intelligenter Lichtsteuerung, bei der Sensoren direkt in den Leuchten verbaut und an dimmbare LED-Treiber mit DALI- oder 0-10V-Schnittstelle angeschlossen werden. Jeder Sensor erfasst Präsenz und Tageslicht und steuert seine Leuchte nach zugewiesenen Profilen. Mit Enlighted Eazy gibt es eine App-basierte Variante ohne Gateway und Hub, mit laserbasierter Inbetriebnahme und Übergabe an den Betreiber per QR-Code. Building Robotics Europe betreut Bestandsanlagen im Enlighted-Support. Wie Betreiber vorgehen sollten, wenn Komponenten abgekündigt werden, erläutert der Ratgeber Enlighted-Abkündigung: Was tun?.

EnOcean

EnOcean ist eine Funktechnologie für die Gebäudeautomation, deren Kennzeichen Energy Harvesting ist: Schalter und Sensoren gewinnen ihre Betriebsenergie aus Tastendruck, Umgebungslicht oder Temperaturdifferenzen und kommen dadurch ohne Batterie und Verkabelung aus. Das Funkprotokoll ist als ISO/IEC 14543-3-10 international genormt und arbeitet in Europa im 868-MHz-Band. Typische Anwendungen sind Funktaster, Fensterkontakte und Raumsensoren, die sich besonders im Bestand ohne Eingriff in Wände nachrüsten lassen. Der AU-Manager von Keilton+autani unterstützt laut Datenblatt EnOcean neben Bluetooth, Zigbee (autaniNet) und BACnet/IP und kann so Geräte unterschiedlicher Funkstandards in einem Energiemanagementsystem zusammenführen.

Erfassungsbereich

Der Erfassungsbereich beschreibt die Zone, in der ein Sensor Bewegung oder Anwesenheit zuverlässig detektiert. Er hängt von Sensortechnologie, Linse beziehungsweise Antenne, Montagehöhe und Bewegungsrichtung ab; bei PIR-Sensoren werden Bewegungen quer zum Sensor meist besser erkannt als direkt darauf zu. Herstellerangaben unterscheiden oft zwischen Bereichen für sitzende Tätigkeiten und für Gehbewegungen. Für eine lückenlose Erfassung sollten sich die Bereiche benachbarter Sensoren überlappen. Beispiele aus dem Keilton+autani-Portfolio: Der Mikrowellensensor MWS105E erfasst laut Datenblatt bis zu 15 m, der Dual-Tech-Sensor EFS107E deckt Räume bis 56 m² ab. Das Sensorraster lässt sich mit dem Rasterplaner prüfen.

F

Firmware-Update (OTA)

Ein Firmware-Update Over-the-Air (OTA) spielt neue Gerätesoftware drahtlos auf Sensoren, Leuchtencontroller oder Gateways auf. Bei vernetzten Lichtsteuerungen mit hunderten Komponenten wäre ein manuelles Update an jedem Gerät praktisch nicht leistbar; OTA macht Fehlerbehebungen, Sicherheitsaktualisierungen und neue Funktionen über die gesamte Lebensdauer der Anlage verfügbar. Wichtig sind ein kontrollierter Ablauf mit Prüfung der Softwareintegrität, möglichst unterbrechungsfreier Betrieb während des Updates und eine Dokumentation der eingesetzten Versionen. Für Betreiber gehört die Frage nach Update-Fähigkeit und Update-Zeitraum deshalb zu den zentralen Auswahlkriterien, insbesondere bei langen Nutzungszyklen von Beleuchtungsanlagen im Bestand.

Flächenmanagement / Belegungsanalyse

Flächenmanagement und Belegungsanalyse beschäftigen sich damit, wie Gebäudeflächen tatsächlich genutzt werden. Dazu werden Anwesenheitsdaten über Zeiträume ausgewertet: Welche Räume sind zu welchen Tageszeiten belegt, welche Zonen bleiben dauerhaft leer, wie hoch ist die Spitzenauslastung? Die Ergebnisse helfen, Flächen zu konsolidieren, Desk-Sharing-Konzepte zu dimensionieren und Reinigung, Heizung und Lüftung bedarfsgerecht zu steuern. Präsenzsensoren einer vernetzten Lichtsteuerung sind dafür eine naheliegende Datenquelle, weil sie ohnehin flächendeckend installiert sind. Bei der Auswertung sind Datenschutz und Mitbestimmung zu beachten. Mehr im Ratgeber Energiemonitoring und Belegungsdaten.

G

Gateway

Ein Gateway verbindet zwei Netzwerke oder Protokolle miteinander, etwa ein funkbasiertes Beleuchtungsnetz mit einem IP-Netzwerk, einer Cloud-Plattform oder der Gebäudeleittechnik. Es übersetzt Befehle und Daten, sodass Zeitpläne, Energiewerte und Statusmeldungen zentral verfügbar sind. Im Keilton+autani-System integriert die Bluetooth-Schnittstelle CR05 eine Bluetooth-Zone mit bis zu 100 Knoten in die Autani-Building-Controls-Plattform; zentrale Instanz ist der AU-Manager mit Anbindung per Ethernet oder 4G-Router. Nicht jede Lichtsteuerung benötigt ein Gateway: Enlighted Eazy arbeitet laut Datenblatt ohne Gateway und Hub.

Gebäudeautomation (GA)

Gebäudeautomation (GA) umfasst alle Einrichtungen zur automatischen Steuerung, Regelung, Überwachung und Optimierung technischer Gebäudeanlagen. Klassisch gliedert sie sich in Feldebene mit Sensoren und Aktoren, Automationsebene mit Controllern und Managementebene mit der Gebäudeleittechnik. Die Beleuchtung ist ein wichtiges Gewerk, weil Präsenz- und Tageslichtsteuerung schnelle, gut messbare Einsparungen bringen. Die Effizienz von GA-Funktionen wird in Europa unter anderem nach DIN EN ISO 52120-1 in Klassen von A bis D bewertet. Gesetzlich gefordert ist Gebäudeautomation für größere Nichtwohngebäude bislang im GEG; diese Pflicht wird im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz fortgeführt. Mehr im Ratgeber Gesetze zur Energieeffizienz.

GEG (Gebäudeenergiegesetz)

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) trat am 1. November 2020 in Kraft und fasste EnEV, EnEG und EEWärmeG zusammen. Es regelte energetische Anforderungen an Neubau und Bestand; für Nichtwohngebäude floss die Beleuchtung über DIN V 18599 in die Energiebilanz ein. Mit der Novelle zum 1. Januar 2024 kam § 71a hinzu: Nichtwohngebäude mit Heizungs- oder kombinierten Heizungs- und Lüftungsanlagen über 290 kW Nennleistung mussten bis Ende 2024 mit Gebäudeautomation ausgestattet werden. Seit dem 29. Juli 2026 gelten die wesentlichen Neuregelungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG), das das GEG ersetzt; die Pflicht zur Gebäudeautomation wird darin fortgeführt. Details im Ratgeber Gesetze zur Energieeffizienz.

GLT / Gebäudeleittechnik

Die Gebäudeleittechnik (GLT) bildet die oberste Ebene der Gebäudeautomation. Sie führt Daten aus Heizung, Lüftung, Klima, Beleuchtung und weiteren Gewerken auf einer Oberfläche zusammen, visualisiert Anlagenzustände, meldet Störungen und archiviert Verbrauchs- und Betriebsdaten. Die Kommunikation mit untergeordneten Systemen erfolgt über offene Protokolle wie BACnet oder Modbus. Wird eine Lichtsteuerung an die GLT angebunden, lassen sich Präsenzmeldungen auch für andere Gewerke nutzen, etwa zur bedarfsgerechten Lüftung. Der AU-Manager von Keilton+autani bietet dafür optionale BACnet/IP-Konnektivität. Planung und Datenpunkte erläutert der Ratgeber GLT-Anbindung.

GModG (Gebäudemodernisierungsgesetz)

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz. Der Bundestag hat es am 10. Juli 2026 beschlossen; die wesentlichen Neuregelungen gelten seit dem 29. Juli 2026, weitere Teile, etwa zur Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD), sollen voraussichtlich Anfang 2027 folgen. Politisch im Fokus steht die Abschaffung der 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungstausch. Für Betreiber von Nichtwohngebäuden relevant: Die Pflicht zur Ausstattung mit Gebäudeautomation aus § 71a GEG wird im GModG fortgeführt. Konkrete Schwellenwerte und Fristen sollten projektbezogen am Gesetzestext geprüft werden. Einordnung im Ratgeber Gesetze zur Energieeffizienz.

Grundlicht / Corridor-Funktion

Die Grundlicht- oder Corridor-Funktion sorgt dafür, dass die Beleuchtung nach Ablauf der Nachlaufzeit nicht sofort ausgeschaltet, sondern zunächst auf ein reduziertes Niveau gedimmt wird, etwa 10 bis 30 Prozent. Erst nach einer weiteren Zeitspanne schaltet sie ganz ab oder bleibt dauerhaft im Grundlicht. So bleiben Flure, Treppenhäuser, Tiefgaragen und Lagergassen orientierungssicher, während die Energieeinsparung weitgehend erhalten bleibt. Das Prinzip wird auch als zweistufige Dimmung bezeichnet. Der Mikrowellensensor MWS105E unterstützt laut Datenblatt die Einstellung einer Verzögerungszeit und eine zweistufige Dimmung über die Keilton+autani-App.

H

Handover

Als Handover wird die Übergabe einer fertig installierten und in Betrieb genommenen Anlage an den Betreiber bezeichnet. Dazu gehören die Übertragung der Zugriffs- und Verwaltungsrechte, die Dokumentation von Zonen, Profilen und Zeitplänen sowie die Einweisung des Betriebspersonals. Ein sauberer Handover verhindert, dass Anlagen nach Projektende nur noch über den Installateur verändert werden können. Bei Enlighted Eazy erfolgt die Übergabe laut Datenblatt direkt von App zu App über einen individuellen QR-Code, wodurch die Verfügungshoheit über die Einrichtung vollständig an den Kunden geht. Bei Fragen zu bestehenden Enlighted-Anlagen hilft der Enlighted-Support.

Highbay

Highbay bezeichnet Anwendungen mit großen Montagehöhen, typischerweise in Logistikhallen, Hochregallagern, Produktion und Sporthallen. Sensoren müssen hier Bewegungen aus großer Entfernung erkennen, schmale Regalgassen gezielt abdecken und robust gegen Fehlauslösungen sein. Häufig werden auswechselbare Linsen eingesetzt, um die Erfassungscharakteristik an Höhe und Gassenbreite anzupassen. Im Keilton+autani-Portfolio ist der EFS104 laut Datenblatt für Höhen über 6 m ausgelegt; die Niedervolt-Sensoren EFS106 und EFS106W decken 5 bis 22 m ab, der EFS106W zusätzlich mit IP66 für feuchte Umgebungen. Alle nutzen den Algorithmus AlgoH2. Mehr im Ratgeber Highbay-Sensoren.

I

Inbetriebnahme (Commissioning)

Die Inbetriebnahme (Commissioning) macht aus installierten Komponenten ein funktionierendes System. Geräte werden erfasst und Räumen oder Zonen zugeordnet, Gruppen und Szenen angelegt, Parameter wie Nachlaufzeit, Empfindlichkeit, Grundlicht und Tageslicht-Sollwerte eingestellt und Zeitpläne hinterlegt. Abschließend werden alle Funktionen geprüft und dokumentiert. Bei funkbasierten Systemen geschieht das meist per App: Keilton+autani-Geräte wie der BCS107 werden mit der Keilton+autani-App konfiguriert. Enlighted Eazy nutzt laut Datenblatt eine laserbasierte Inbetriebnahme, bei der Sensoren per Laserpointer oder Bluetooth-Scan eingelesen werden. Auf die Inbetriebnahme folgt der Handover an den Betreiber.

IoT (Internet of Things)

Das Internet of Things (IoT) beschreibt die Vernetzung physischer Geräte, die über Sensorik Daten erfassen und über Netzwerke austauschen. Im Gebäude sind vernetzte Leuchten und Präsenzsensoren eine besonders dichte IoT-Infrastruktur: Sie sind in nahezu jedem Raum vorhanden, mit Strom versorgt und liefern kontinuierlich Informationen zu Anwesenheit, Helligkeit und Energieverbrauch. Auf dieser Basis entstehen Anwendungen wie Belegungsanalyse, Energiemonitoring oder vorausschauende Wartung. Für einen sicheren Betrieb sind Netzsegmentierung, verschlüsselte Kommunikation und regelmäßige Firmware-Updates wichtig. Funkstandards wie Bluetooth Mesh, Zigbee oder EnOcean bilden die Grundlage vieler IoT-Lösungen in der Gebäudetechnik.

IP-Schutzart

Die IP-Schutzart (International Protection) nach IEC 60529 beziehungsweise DIN EN 60529 gibt an, wie gut ein Gehäuse gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist. Die erste Kennziffer (0 bis 6) steht für den Schutz gegen feste Fremdkörper und Berührung, die zweite für den Schutz gegen Wasser. IP20 eignet sich für trockene Innenräume, IP65 bedeutet staubdicht und strahlwassergeschützt, IP66 staubdicht und geschützt gegen starkes Strahlwasser. Beispiele laut Datenblatt: BCS107 IP20, EFS104 IP40, EFS106W IP66 für feuchte Umgebungen und Außenbereiche; die Dongles CR01 und CR05 erreichen IP65 mit optionalem Schutzkasten.

K

Knoten (Node)

Ein Knoten (Node) ist jedes adressierbare Gerät in einem Netzwerk. In einer funkbasierten Lichtsteuerung sind das Sensoren, Leuchtencontroller, Schalter und Schnittstellen. In Mesh-Netzwerken empfangen Knoten nicht nur eigene Befehle, sondern leiten Nachrichten für andere Geräte weiter und erweitern so die Reichweite. Die Zahl der Knoten pro Zone ist eine wichtige Planungsgröße: Die Bluetooth-Schnittstelle CR05 unterstützt laut Datenblatt eine Keilton+autani-Zone mit bis zu 100 Knoten. Der FA102 wird selbst als Bluetooth Node bezeichnet und macht eine Leuchte zu einem Netzwerkknoten, an den auch nicht Bluetooth-fähige Eco-Sensoren angeschlossen werden können.

Konstantlichtregelung

Die Konstantlichtregelung ist eine geschlossene Regelschleife: Ein Lichtsensor misst fortlaufend die Helligkeit im Raum, und die Steuerung passt das Dimmniveau der Leuchten so an, dass ein vorgegebener Sollwert der Beleuchtungsstärke gehalten wird. Scheint mehr Tageslicht in den Raum, wird das Kunstlicht reduziert; wird es dunkler, regelt die Steuerung nach. So wird nur die Energie eingesetzt, die zum Erreichen der geforderten Beleuchtungsstärke wirklich nötig ist. Die Konstantlichtregelung ist die präziseste Form der Tageslichtnutzung und setzt dimmbare LED-Treiber sowie einen korrekt eingemessenen Sensor voraus. Grundlagen und Einsparpotenziale beschreibt der Ratgeber Tageslichtnutzung.

L

LLLC (Luminaire Level Lighting Control)

LLLC (Luminaire Level Lighting Control) bezeichnet Lichtsteuerung auf Leuchtenebene. Jede Leuchte verfügt über einen integrierten Präsenz- und Lichtsensor sowie ein Funkmodul und reagiert eigenständig auf Anwesenheit und Tageslicht, während sie zugleich mit den übrigen Leuchten vernetzt ist. Der Begriff wurde maßgeblich vom DesignLights Consortium geprägt. Vorteile sind eine feine Zonierung, einfache Umplanung bei Raumänderungen und ein dichtes Sensornetz für Belegungsdaten. Keilton+autani-Komponenten für LLLC sind der Bluetooth-Knoten FA102 sowie die Sensoren IFS105SE, IFS108 und EFS106. Mehr im Ratgeber LLLC.

Lux

Lux (Einheitenzeichen lx) ist die SI-Einheit der Beleuchtungsstärke. Ein Lux entspricht einem Lumen, das gleichmäßig auf einen Quadratmeter fällt. Zur Einordnung: Die DIN EN 12464-1 fordert für typische Bürotätigkeiten wie Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung einen Wartungswert von 500 lx auf der Sehaufgabe. Tageslicht erreicht im Freien je nach Wetter ein Vielfaches davon. In der Lichtsteuerung dienen Lux-Werte als Sollwerte für Tageslichtnutzung und Konstantlichtregelung: Der Lichtsensor misst die Helligkeit, die Steuerung gleicht die Differenz mit Kunstlicht aus. Wichtig: Der Sensor misst meist reflektiertes Licht an der Decke, weshalb eine Einmessung vor Ort nötig ist.

M

Mesh-Netzwerk

Ein Mesh-Netzwerk ist eine vermaschte Netzwerkstruktur: Statt alle Geräte sternförmig an einen zentralen Punkt anzubinden, kommunizieren die Knoten direkt miteinander und leiten Nachrichten weiter, bis sie ihr Ziel erreichen. Dadurch entstehen redundante Pfade; fällt ein Knoten aus, findet die Nachricht einen anderen Weg. Die Reichweite wächst mit jeder weiteren Komponente, ohne dass zusätzliche Infrastruktur nötig ist. In der Gebäudetechnik nutzen unter anderem Bluetooth Mesh und Zigbee dieses Prinzip. Für die Lichtsteuerung ist Mesh besonders geeignet, weil Leuchten ohnehin in dichtem Raster verteilt sind. Grundlagen erklärt der Ratgeber Bluetooth-Mesh-Lichtsteuerung.

Mikrowellensensor (HF)

Ein Mikrowellen- oder HF-Sensor sendet hochfrequente elektromagnetische Wellen aus und wertet deren Reflexion aus. Bewegt sich eine Person, verändert sich die Frequenz des reflektierten Signals (Doppler-Effekt), und der Sensor meldet Bewegung. Im Unterschied zum PIR-Sensor benötigt er keine Sichtverbindung und kann durch dünne, nichtmetallische Materialien wie Leuchtenabdeckungen hindurch erfassen. Das ermöglicht den unsichtbaren Einbau in Leuchten. Weil er auch Bewegungen außerhalb des gewünschten Bereichs erfassen kann, ist eine passende Empfindlichkeitseinstellung wichtig. Der Eco-Sensor MWS105E bietet laut Datenblatt bis 15 m Erfassungsbereich, bis 6,5 m Montagehöhe und eine Empfindlichkeit von 0–100 %.

Modbus

Modbus ist ein offenes Kommunikationsprotokoll, das 1979 von Modicon für speicherprogrammierbare Steuerungen entwickelt wurde und heute in Industrie- und Gebäudeautomation weit verbreitet ist. Es arbeitet nach dem Client-Server-Prinzip und überträgt Werte als Register und Coils. Gängige Varianten sind Modbus RTU über serielle Schnittstellen wie RS-485 und Modbus TCP über Ethernet. In der Gebäudetechnik wird Modbus häufig für Energiezähler, Wechselrichter und einfache Anlagenkomponenten genutzt. Im Vergleich zu BACnet ist es schlanker, beschreibt Datenpunkte aber nicht semantisch, weshalb eine sorgfältige Datenpunktliste nötig ist. Worauf es bei der Anbindung ankommt, erklärt der Ratgeber GLT-Anbindung.

Montagehöhe

Die Montagehöhe ist der Abstand zwischen Sensor und Boden beziehungsweise Bezugsebene. Sie beeinflusst maßgeblich Größe und Form des Erfassungsbereichs sowie die Empfindlichkeit: Mit zunehmender Höhe wird der Bereich größer, die Erkennung kleiner Bewegungen aber schwieriger. Deshalb geben Hersteller zulässige Höhenbereiche an. Beispiele aus den Keilton+autani-Datenblättern: IFS105SE und IFS108 für 2 bis 5 m, MWS105E bis 6,5 m, EFS104 über 6 m sowie EFS106 für 5 bis 22 m mit Linse HBL3-2. Den passenden Sensor zur Raumhöhe findet der Sensor-Finder.

N

Nachlaufzeit

Die Nachlaufzeit (auch Verzögerungs- oder Abschaltverzögerung) legt fest, wie lange die Beleuchtung nach der letzten erkannten Bewegung eingeschaltet bleibt. Jede neue Erkennung startet die Zeit neu. Eine zu kurze Nachlaufzeit führt zu Abschaltungen bei ruhig sitzenden Personen und häufigem Schalten, eine zu lange verschenkt Einsparpotenzial. Typische Werte hängen von Raumnutzung und Sensortechnik ab und liegen im Bereich weniger Minuten bis zu einer Viertelstunde. In Kombination mit Grundlicht kann eine kürzere Nachlaufzeit gewählt werden, weil der Raum zunächst nur gedimmt wird. Beim MWS105E lässt sich die Verzögerungszeit laut Datenblatt über die Keilton+autani-App einstellen.

NLC5 (DLC)

NLC5 bezeichnet die fünfte Version der technischen Anforderungen, die das DesignLights Consortium (DLC) an vernetzte Lichtsteuerungssysteme (Networked Lighting Controls) stellt. Systeme, die diese Anforderungen erfüllen, werden in der DLC-Qualifikationsliste geführt. Gefordert werden grundlegende Fähigkeiten wie Vernetzung der Komponenten, Präsenzerkennung, Tageslichtnutzung, Task Tuning (High-End Trim), Zonierung und Dimmung. Eine Listung erleichtert in Nordamerika den Zugang zu Förderprogrammen und dient international als Nachweis des Funktionsumfangs. In den Datenblättern der Keilton+autani-Sensoren IFS108 und EFS106 wird der Einsatz in LLLC/NLC5-Anwendungen genannt. Mehr im Ratgeber LLLC.

P

PIR-Sensor

Ein PIR-Sensor (Passiv-Infrarot) erkennt Personen anhand der Wärmestrahlung, die jeder Körper abgibt. Er sendet selbst nichts aus, sondern registriert über ein pyroelektrisches Element und eine segmentierte Linse Veränderungen der Infrarotstrahlung, wenn sich eine Wärmequelle durch die Erfassungszonen bewegt. PIR-Sensoren sind energiesparend, kostengünstig und die verbreitetste Technik in Präsenz- und Bewegungsmeldern. Sie benötigen Sichtverbindung und erkennen Bewegungen quer zum Sensor besser als frontal darauf zu. Keilton+autani setzt PIR unter anderem im batteriebetriebenen BCS107, in IFS105SE, IFS108 und den Highbay-Sensoren EFS104 und EFS106 ein.

Präsenzmelder

Ein Präsenzmelder erkennt die Anwesenheit von Personen auch bei geringen Bewegungen, etwa beim Arbeiten am Schreibtisch. Anders als ein einfacher Bewegungsmelder ist er auf die feine Erfassung sitzender Tätigkeiten ausgelegt und enthält in der Regel einen Lichtsensor, der das Kunstlicht zusätzlich abhängig vom Tageslicht schaltet oder dimmt. Präsenzmelder werden in Büros, Besprechungsräumen, Klassenzimmern und Sanitärbereichen eingesetzt. Als Erfassungstechniken kommen PIR, Ultraschall, Mikrowelle oder Dual-Tech zum Einsatz. Der BCS107 von Keilton+autani ist ein batteriebetriebener Deckensensor mit PIR-Präsenzerkennung und Tageslichtnutzung. Mehr im Ratgeber Präsenzmelder vs. Bewegungsmelder.

Predictive Maintenance

Predictive Maintenance (vorausschauende Instandhaltung) nutzt Betriebs- und Zustandsdaten, um Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen. Statt starrer Intervalle oder Reparatur nach Ausfall werden Maßnahmen dann geplant, wenn Daten auf eine nachlassende Funktion hindeuten. In vernetzten Lichtsteuerungen stehen dafür Informationen wie Betriebsstunden, Schaltzyklen, Energieverbrauch und Kommunikationsstatus einzelner Knoten zur Verfügung. Auffälligkeiten, etwa ein Sensor ohne Meldungen oder ein ungewöhnlicher Verbrauch, lassen sich so erkennen, bevor Nutzer sie bemerken. Das reduziert Störungen, Vor-Ort-Einsätze und Instandhaltungskosten, insbesondere in großen Liegenschaften und schwer zugänglichen Bereichen wie Hallendecken. Grundlage ist ein kontinuierliches Energie- und Betriebsmonitoring.

PWM-Dimmung

Bei der PWM-Dimmung (Pulsweitenmodulation) wird ein Signal mit fester Frequenz periodisch ein- und ausgeschaltet. Das Verhältnis von Ein- zu Ausschaltzeit, das Tastverhältnis, bestimmt die Helligkeit: Bei 50 Prozent ist das Signal die halbe Zeit aktiv. PWM kann direkt den LED-Strom schalten oder als Steuersignal an einen Treiber übergeben werden. Eine ausreichend hohe Frequenz ist wichtig, um sichtbares Flimmern und stroboskopische Effekte zu vermeiden. Im Keilton+autani-Portfolio ist der Bluetooth-Knoten FA102 laut Datenblatt in der Variante FA102.D1 mit PWM-Dimmung erhältlich, alternativ zu den 0-10V-Varianten. So lassen sich unterschiedliche Treiber in eine LLLC-Lösung einbinden.

R

RoHS

RoHS (Restriction of Hazardous Substances) bezeichnet die EU-Richtlinie 2011/65/EU, die den Einsatz bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten beschränkt. Erfasst sind unter anderem Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom, die Flammschutzmittel PBB und PBDE sowie – seit der delegierten Richtlinie (EU) 2015/863 – vier Phthalate. Für die Stoffe gelten Höchstkonzentrationen in homogenen Werkstoffen. Die RoHS-Konformität ist Teil der CE-Kennzeichnung und damit Voraussetzung für das Inverkehrbringen in der EU. Sie reduziert Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei Herstellung, Nutzung und Entsorgung. Die Datenblätter der Keilton+autani-Komponenten, etwa IFS108 oder CR05, weisen RoHS aus.

RTLS (Real-Time Locating System)

Ein RTLS (Real-Time Locating System) ermittelt fortlaufend die Position von Objekten oder Personen innerhalb eines Gebäudes. Dazu tragen die zu ortenden Objekte Funk-Tags, deren Signale von fest installierten Empfängern erfasst werden; aus Signalstärke oder Laufzeiten wird die Position berechnet. Gängige Technologien sind unter anderem Bluetooth Low Energy und Ultra-Wideband. Typische Anwendungen sind das Auffinden medizinischer Geräte in Kliniken, Materialflüsse in Produktion und Logistik oder Gabelstaplerortung. Weil Leuchten dicht und gleichmäßig verteilt sind, eignen sie sich grundsätzlich als Infrastruktur für Ortungsempfänger. Bei personenbezogener Ortung sind Datenschutz und Mitbestimmung besonders sorgfältig zu klären.

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Smart Building

Ein Smart Building ist ein Gebäude, in dem Beleuchtung, Heizung, Lüftung, Klima, Zutritt und weitere Systeme vernetzt sind und datenbasiert zusammenarbeiten. Sensoren erfassen Anwesenheit, Helligkeit, Temperatur und Verbrauch; Steuerungen und Plattformen nutzen diese Daten, um Energie einzusparen, den Komfort zu erhöhen und den Betrieb effizienter zu machen. Die Lichtsteuerung ist oft der Einstieg, weil Präsenzsensoren flächendeckend verteilt sind und sich Einsparungen schnell nachweisen lassen. Zentrale Bausteine sind offene Protokolle wie BACnet, eine GLT-Anbindung, Energiemonitoring und belastbare Belegungsdaten. Wie Bestandsgebäude schrittweise smarter werden, zeigt der Ratgeber Lichtsteuerung nachrüsten.

Szenensteuerung

Die Szenensteuerung speichert vordefinierte Lichtzustände – etwa Präsentation, Besprechung oder Reinigung – und ruft sie per Taster, App, Zeitplan oder Ereignis ab. Eine Szene legt für mehrere Leuchten oder Gruppen gleichzeitig Helligkeit und gegebenenfalls Schaltzustand fest. So lassen sich Räume mit einem Tastendruck an wechselnde Nutzungen anpassen, ohne jede Leuchte einzeln einzustellen. Der batteriebetriebene Bluetooth-Wandschalter WP108E von Keilton+autani bietet laut Datenblatt vier konfigurierbare Szenentasten mit voreingestellten Funktionen wie EIN, AUS mit Verzögerung oder AUTO/EIN sowie separate Dimmtasten. Er wird über die Keilton+autani-App mit einer oder mehreren Lichtgruppen verbunden.

T

Tageslichtnutzung (Daylight Harvesting)

Tageslichtnutzung (Daylight Harvesting) bedeutet, dass die Beleuchtung automatisch gedimmt oder abgeschaltet wird, wenn genügend Tageslicht in den Raum fällt. Ein Lichtsensor misst die Helligkeit, die Steuerung reduziert das Kunstlicht entsprechend. Besonders in fensternahen Zonen und Hallen mit Lichtbändern lassen sich so erhebliche Energiemengen einsparen. Die präziseste Form ist die Konstantlichtregelung; einfachere Varianten schalten bei Erreichen einer Helligkeitsschwelle. Nahezu alle Keilton+autani-Sensoren bieten laut Datenblatt Tageslichtnutzung, darunter BCS107, IFS108 und EFS106. Wie viel sich einsparen lässt, zeigen der Ratgeber Tageslichtnutzung und der Einsparrechner.

Task Tuning

Task Tuning, auch High-End Trim genannt, begrenzt die maximale Lichtleistung einer Leuchte oder Gruppe auf das für die jeweilige Sehaufgabe tatsächlich nötige Niveau. Hintergrund: Neue LED-Anlagen werden häufig überdimensioniert geplant, um Alterung und Verschmutzung abzudecken, oder liefern schlicht mehr Licht als gefordert. Wird die Obergrenze etwa auf 80 Prozent gesetzt, sinkt der Verbrauch dauerhaft, ohne dass Nutzer einen Unterschied bemerken, solange die geforderte Beleuchtungsstärke eingehalten wird. Task Tuning ist eine Kernfunktion vernetzter Lichtsteuerungen nach DLC-Anforderungen und wird bei der Inbetriebnahme eingestellt. Das Einsparpotenzial lässt sich mit dem Einsparrechner abschätzen.

Title 24 (T24)

Title 24 ist der Titel des California Code of Regulations, der die kalifornischen Bauvorschriften enthält. Teil 6, die Building Energy Efficiency Standards, wird von der California Energy Commission herausgegeben und regelmäßig fortgeschrieben. Er gilt als einer der anspruchsvollsten Energiestandards weltweit und fordert für viele Nichtwohngebäude unter anderem automatische Abschaltung, Präsenzerkennung, mehrstufige beziehungsweise dimmbare Beleuchtung und Tageslichtsteuerung in Fensterzonen. Für den deutschen Markt ist Title 24 nicht verbindlich, dient aber als Referenz für den Funktionsumfang von Lichtsteuerungen, besonders bei international tätigen Unternehmen mit einheitlichen Standards. Einordnung im Ratgeber Gesetze zur Energieeffizienz.

U

UL 94-V0

UL 94 ist eine Norm der Underwriters Laboratories zur Prüfung der Brennbarkeit von Kunststoffen in Geräten. Die Klasse V-0 ist eine der höchsten Stufen der vertikalen Prüfung: Eine senkrecht eingespannte Probe wird zweimal für je 10 Sekunden beflammt und muss danach jeweils innerhalb von 10 Sekunden selbst verlöschen. Brennendes Abtropfen, das darunterliegende Watte entzündet, ist nicht zulässig. Für Sensoren und Steuergeräte, die in Leuchten oder an Decken montiert werden, ist ein schwer entflammbares Gehäuse ein wichtiges Sicherheitsmerkmal. Die Gehäuse der Keilton+autani-Komponenten, etwa IFS105SE oder FA102, sind laut Datenblatt nach UL 94-V0 ausgeführt.

Ultraschallsensor

Ein Ultraschallsensor sendet Schallwellen oberhalb des menschlichen Hörbereichs aus und wertet die Reflexionen im Raum aus. Bewegt sich eine Person, verschiebt sich die Frequenz des Echos (Doppler-Effekt). Weil der Schall den Raum ausfüllt und von Oberflächen reflektiert wird, erkennt der Sensor auch kleine Bewegungen und Personen hinter Hindernissen wie Trennwänden oder in Sanitärkabinen – ohne Sichtverbindung. Nachteilig kann die Empfindlichkeit gegenüber Luftströmungen etwa aus Lüftungsauslässen sein. Häufig wird Ultraschall deshalb mit PIR zu einem Dual-Tech-Sensor kombiniert. Ein Beispiel ist der EFS107E von Keilton+autani, der laut Datenblatt Räume bis 56 m² abdeckt.

Z

Zigbee

Zigbee ist ein Funkstandard für energiesparende, vermaschte Netzwerke, der auf dem Standard IEEE 802.15.4 aufsetzt und von der Connectivity Standards Alliance (vormals Zigbee Alliance) gepflegt wird. Er arbeitet meist im 2,4-GHz-Band, unterstützt Mesh-Topologien mit weiterleitenden Knoten und wird in Beleuchtung, Heimautomation und Energiemanagement eingesetzt. Im Vergleich zu Bluetooth Mesh benötigt Zigbee zur Einbindung von Smartphones in der Regel ein Gateway. Im Keilton+autani-System kommuniziert der AU-Manager laut Datenblatt über autaniNet, eine Zigbee-basierte, sichere drahtlose 2,4-GHz-Kommunikation, mit anderen Netzwerkgeräten – zusätzlich zu Bluetooth, EnOcean und BACnet/IP.